Kreisschule

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933, im sogenannten „Dritten Reich”, diente dieses Haus als Kreisschule. Dies war dann auch der bürgerliche Name. Von 1938 bis kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges (1. September 1939) war hier eine Schulungsstätte für deutsche Waldarbeit.

Während des Zweiten Weltkrieges war hier dann Schulungshort der NSDAP – National­sozialistische Arbeiterpartei (Nazi). Gegen Ende des Krieges lagerten im Garten der Kreisschule viele Fliegerbomben. Sie waren zur Sprengung von Brücken und Gebäuden bestimmt. Verschiedene Bauern mussten dann auf Befehl nachts mit Pferden und Leiterwagen die Bomben auch in weit entlegene Dörfer fahren. Die Kreisschule selbst war voll von Panzerfäusten, Minen und anderer Munition. Junge, heranwachsende Burschen, oft noch halbe Kinder, wurden hier zusammen mit älteren, wehruntauglichen Männern hauptsächlich an der Panzerfaust ausgebildet. Diese Gruppe nannte man Volkssturm. Mit dem Volkssturm wollten die Nazi - Machthaber die von Verlusten stark geschwächte Wehrmacht auffrischen.

Auch ein Kinder-Land-Verschickungslager (KLV-Lager) war hier untergebracht. Kinder, vor allem aus Hamburg, mussten wegen der Bombenangriffe auf ihre Heimatstadt hier verweilen. Die Hamburger Kinder wurden von hier aus zu verschiedenen Familien geschickt.

Kreisleiter war der damalige Bamberger Bürgermeister Zahneisen. In der Kreisschule saß auch eine Wehrkommandantur, sowie der Gauleiter. Zwei Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner, am 11. April 1945, erfolgte ein gezielter Luftangriff auf die Kreisschule. Amerikanische Jagd­bomber griffen im Tiefflug vom Kirchplatz her an. Getroffen wurde das Nachbaranwesen Johann Weber (Becken Hans), Haus Nr. 76, jetzt Hauptstraße 15. Es brannte vollkommen ab. Auch die Nachbarscheune des Anwesens August Vorschmitt hatte Brandschaden (Haus. Nr. 77, jetzt Hauptstraße 13).Damals vertraten einige die Meinung, die Kreisschule war verraten.(!)

Nach Kriegsende diente die Kreisschule zuerst als Flüchtlingslager. Dann kaufte der Landkreis das Gebäude vom Staat. Dies war die Geburtsstunde vom Kreiskrankenhaus Burgebrach. Dr. Erich Stahl trat als erster Chefarzt am 1. April 1948 in Burgebrach seinen Dienst an. Die Anfänge waren recht bescheiden. Im Operationsraum sorgte ein Sägespänofen für die nötige Wärme.