Rathaus

 Burgebrach hatte drei Tore. Unter der Amtszeit von Bürgermeister Schlegler entstand 1720 an gleicher Stelle, wo einst das „Obere Tor“ war, das heutige Rathaus. Nach den Plänen von Nattermüller wurde es in dreijähriger Bauzeit errichtet. Um die Baulast von 350 Gulden leichter tragen zu können, belegte die Gemeinde damals ortsansässige Juden mit einer Sondersteuer.

Als Napoleon mit seinem Heer gegen Russland zog, hielt er im Rathaus Kriegsrat. An dem Ort, wo heute die Antoniuskapelle an der Straße nach Unterneuses steht, nahm der französische Kaiser eine Truppenparade ab. Es war hauptsächlich berittenes Militär, das sich hier zur Inspektion stellte. (siehe Antoniuskapelle)

Standgericht

Wenige Tage vor dem 13. April 1945, als die Amerikaner in Burgebrach einmarschierten, wurde im Sitzungssaal des Rathauses ein Standgericht errichtet. Links und rechts vor einem Tisch stand je ein Gewehr-Dreierbock. Zum Glück kam es zu keinem Urteil mehr. Im großen Torbogen lagerte in einer Kiste eine Fünf-Zentner-Bombe, denn das Rathaus sollte gesprengt werden. Direkt westlich vor dem Rathaus hatte der Volkssturm eine Panzersperre errichtet. Die Nachbarhäuser waren bereits geräumt. Zur vorgesehenen Sprengung kam es jedoch nicht mehr, da die Amerikaner von Ampferbach kommend anrückten.

Von 1950 bis 1972 war im Rathaus die landwirtschaftliche Berufsschule untergebracht, ehe sie dann nach Bischberg kam. Vorher war im heutigen großen Sitzungssaal eine Wohnung. Das heutige Trauungszimmer war der Raum, in dem die Gemeinderatssitzungen stattfanden.

Das Glöcklein, das heute noch bei jeder Beerdigung läutet, lud früher auch die Ratsmitglieder zur Gemeinderatssitzung ein. Die frühere Gemeindeverwaltung (Kanzlei) erreichte man über eine Tür in der Mitte des alten Fußgängerdurchganges. Im rechten Zimmer war die Gemeindekanzlei, die Schreibstube, links war das Bürgermeisterzimmer.

 

Stempeln

In das Bürgermeisterzimmer mussten nach dem Zweiten Weltkrieg, genauer nach der Währungsreform (20. 6. 1948), die vielen Arbeitslosen wöchentlich zweimal zum „Stempeln“ gehen. Als leitende Behörde war abwechselnd einmal das Arbeitsamt, einmal die Gemeinde zuständig. Der zweite, nördliche Fußgängerdurchgang wurde 1970 gemacht.

 

VG–Gebäude

Seit Gründung der VG (Verwaltungsgemeinschaft) am 1. Mai 1978 war die Kanzlei primitiv im
1. Stock des Alten Rathauses, im ehemaligen Schulsaal, untergebracht. Doch schon 1979 konnte der Grundstein für das neue VG-Gebäude gelegt werden. Nach Fertigstellung zog hier die gesamte Verwaltung ein. Im Bereich, wo das neue VG-Gebäude mit Brunnen jetzt steht, war vorher das Wohnhaus der Bauernfamilie Sebastian Bogensperger (Schulzenlang). Auch die nördlich dahinter stehenden Wirtschaftsgebäude mussten weichen. Das Ersatzwohnhaus der Familie Bogensperger steht jetzt in der Sandgasse 10.

 

Brunnen am Rathaus

Dieser Brunnen steht symbolisch als Lebensbaum vor dem Rathaus und dem VG-Gebäude. 1981 geschaffen ist er ein Werk des Bildhauers Reinhard Klesse, Viereth. Die vier örtlich bezogenen Geschichtsmotive zeigen: Die Urkundenverleihung im Jahre 1023 (Wildbann im Steigerwald), eine Szene von der Hohen Jagd, die Zehntabgabe sowie eine Darstellung vom Jahrmarkt.