Zur Geschichte der Synagoge

Der Betsaal beziehungsweise die Synagoge der jüdischen Gemeinde war vermutlich spätestens im 18. Jahrhundert in dem gegen Ende des 17. Jahrhunderts erbauten Gebäude mit der heutigen Adresse Hauptstraße 23 eingerichtet. Nach dem Eintrag im Grundsteuerkataster von 1848 war die Synagoge "unfürdenklicher Besitz" der jüdischen Gemeinde.  Das Gebäude kam allerdings erst seit 1858 ganz in den Besitz der jüdischen Gemeinde. Bis dahin gehörte der jüdischen Gemeinde nur ein Drittel des Gebäudes, womit die zwei Zimmer im Obergeschoss des Gebäudes gemeint waren, in denen gebetet wurde (vermutlich Männer- und Frauenbereich). Das übrige Gebäude gehörte dem Ökonomen Samuel Berg. Sein Gebäudeanteil wurde von der jüdischen Gemeinde im April 1858 für 600 Gulden erworben.  

1907 gab es in der Gemeinde nur noch sieben minjan-fähige Männer, sodass kein regelmäßiger Gottesdienst mehr stattfinden konnte. Nur durch Anschluss der in Reichmannsdorf lebenden jüdischen Personen konnte noch einige Jahre Gottesdienst abgehalten werden. 

1926 erfährt man, dass "seit langer Zeit" in der Synagoge keine regelmäßigen Gottesdienst mehr abgehalten werden konnten. Es gab Überlegungen in der Gemeinde, das Synagogeninventar dem Bamberger Museum zur Verfügung zu stellen. Rabbiner Dr. Rülf meinte freilich in einer Stellungnahme vom 22. September 1927: "dass die wenigen noch vorhandenen Kultusgegenstände der Synagoge weder einen historischen noch künstlerischen Wert besitzen. Es handelt sich um einige Torarollen und ein wenig Toraschmuck (Vorhänge etc.), sowie einige Bücher. Lediglich im Gottesdienst eines Kultusgemeinde könnte dieses fast wertlose Material noch Verwendung finden. Einem Museum würde es keineswegs zum Schmucke gereichen." Am 21. März 1927 wurde die Synagoge für 6.000 Mark an eine nichtjüdische Familie verkauft.  Seither wurde das Gebäude mehrfach umgebaut. Die Reste der Synagogenräume gingen dabei verloren. Das Gebäude selbst ist jedoch bis heute erhalten.

Die jüdische Schule befand sich ursprünglich im oberen Stock des Gebäudes Hauptstraße 27. Im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde sie in dasselbe Haus wie die Synagoge verlegt. 
   

Adresse/Standort der Synagoge: Hauptstraße 23 / Ecke Marktstraße